Grundstücksgestaltung nach Permakultur-Prinzipien

Wie haben wir den Waldgarten angelegt? Unten findet ihr unsere Grundstücksgestaltung nach Permakultur-Prinzipien. Die Gestaltung baut auf der Grundstücksanalyse auf.

Permakultur: Zonen

Die Permakultur nutzt eine Reihe verschiedener, sich ergänzender Gestaltungsmethoden. Diese reichen von der Beobachtung der Natur über die nutzbringende Anordnung von einzelnen Elementen auf dem Grundstück bis zur Erstellung von Flussdiagrammen für Arbeitsplätze wie Küche/Werkstatt. Eine dieser Gestaltungsmethoden teilt ein Grundstück in Zonen ein, um den grundlegenden Aufbau festzulegen. Das Ziel ist es, das Grundstück so zu planen, dass Arbeit, Geld, Zeit und Ressourcen gespart bzw. möglichst effizient genutzt werden.

Permakultur-Zonen im Waldgarten
(Quelle: Open StreetMap Mitwirkende)

Oben ist die Einteilung der Zonen im Waldgarten dargestellt. Diese Einteilung basiert auf der Anzahl der Besuche, die man der Zone pro Jahr abstattet. Zum Beispiel wird das Haus täglich diverse Male aufgesucht, der Walnussbaum im Waldgarten hingegen nur alle paar Wochen/Monate. Demzufolge werden Zonen von innen nach außen angeordnet: Die innersten Zonen um das Haus herum (0/1) werden häufiger besucht, die äußeren Zonen (3/4) seltener.

Die Karte des Waldgartens gibt es hier auch in interaktiv mit allen Pflanzen usw. Eine gute englische Erklärung zu den Zonen gibt das Video:

Zone 0: Das „Haus“

Das Haus mit den angrenzenden Wintergärten, Terrassen und Kräuterbeeten stellt das Zentrum der Aktivität auf dem Grundstück dar. Wege werden kurz gehalten. Alles was die Bewohner sehr häufig besuchen/brauchen liegt sehr nahe am Haus in Zone 0.

In unserem Waldgarten besteht die Zone aus der Gartenhütte mit Vordach, Terrasse, Erdkühlschrank, Trocken-Trenntoilette, Insektenhotel und Werkzeuglager. Darüber hinaus stehen hier Wasserfässer, eine Outdoorküche und Holzlager.

Zone 1: Der Hausgarten

Die Zone 1 besteht im Wesentlichen aus dem Hausgarten mit Gemüse, Salaten und ggfs. Kleintieren. Auch sehr teure, besondere oder pflegeintensive Bäume, Büsche und Stauden sind hier angesiedelt. Im Wesentlichen stillt Zone 1 die meisten Grundbedürfnisse der Bewohner. Sie ist ca. 1000m2 groß, bei uns nur ca. 600m2.

Hausgarten in Zone 1

In unserem Waldgarten besteht die Zone hauptsächlich aus sechs Gemüsebeeten für einjährige Gemüse gemischt mit Test-Beeten für mehrjährige Gemüse. Im Westen der Zone 0 gibt es noch einen Badewannentümpel mit essbaren Pflanzen als Tränke für die Tierwelt sowie einen Kräuterhügel, der für angenehme Gerüche, Insektenleben und Zutaten für die Outdoorküche sorgen soll.

Zone 2: Der Waldgarten

Die Zone 2 überlässt viel mehr der Natur. Die menschlichen Eingriffe beschränken sich auf ein steuerndes Eingreifen wo nötig. Die Zone stellt einen Waldgarten dar, der sich selbst auch ohne Pflege erhält und weiterentwickelt. Daneben können in der Zone Haupt-Ackerfrüchte für den Eigenbedarf liegen. Darüber hinaus wird hier Geflügel gehalten. In dieser Zone hat die Natur ebenso einen Platz wie der Mensch.

Zone 2 im Waldgarten
(Quelle: Open StreetMap Mitwirkende)

Hier liegt bei uns der eigentliche „Waldgarten“ mit Nuss-, Obst- und Beerengewächsen, Gründüngung und einer Vielzahl an halb-wild wachsenden Stauden, Kletterpflanzen usw. Die Fläche enthält Swales zur Wasserspeicherung, Nistkästen und eine Windschutzhecke. Die Zone kann 5000m2 groß sein, bei uns sind es ca. 1500m2.

Der Waldgarten von Süden
Der Waldgarten im April 2021 von Süden

Zone 3: Das „Feld“

In der Zone 3 liegen Felder für kommerziellen Anbau, und Weideflächen. Die Zone gibt es bei uns nicht, da die Fläche hierfür im Bereich von Hektar liegen würde.

Zone 4: Der „Wald“

Die Zone 4 besteht aus Wald für Brenn- und Bauholz. Der Mensch greift hier nur sehr selten in die Natur ein. Demzufolge übernimmt die Natur den Großteil der Arbeit. Der Wald kann zeitweise durch Tiere als Futterquelle (Hütewald) genutzt werden wenn z.B. die Eicheln fallen oder um Buschwerk im Zaum zu halten. Die Zone gibt es bei uns ebenfalls nicht. Man könnte den öffentlichen Wald als Zone 4 nach dem Vorbild einer Almende verstehen.

Zone 5: Die Wildnis

Die letzte Zone ist Wildnis. Oder mit anderen Worten: Wirkliche Natur, die sich selbst überlassen ist. Diese Zone ist für den Artenschutz, zur Erholung und als Lernstätte ungemein wichtig, in Deutschland jedoch fast nicht mehr anzutreffen außer in dedizierten Naturschutzgebieten. Wenn die Zonen 0-4 um die menschlichen Siedlungen herum einer konsequenten Grundstücksgestaltung nach Permakultur-Prinzipien folgen, würden gewaltige Flächen von Industrie, Verkehr und Landwirtschaft nicht mehr benötigt und könnten der Natur überlassen werden.

Bei uns gibt es diese Wildnis-Zone nur an der Grundstücksgrenze in Form der Windschutzhecke, welche zum Teil in Ruhe gelassen wird.

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